Meine Schuljahre und Erlebnisse in der Joskar-Ola Grundschule in Szombathely, Ungarn (1980-1988).
Diese war die Grundschule unseres Wohnblocks, kaum hundert Meter von unserer Wohnung entfernt ein Teil des Bildungskomplexes (zusammen mit Kinderkrippe und Kindergarten).
Da wir so nah gewohnt haben, konnte ich während der Schulpause jederzeit nach Hause laufen z. B. um Pausenbrot oder Sachen zu holen was ich zu Hause gelassen habe.
Damals tobte noch die große russische Brüderlichkeit, deshalb wurde die Grundschule, sogar der ganze Wohnblock Joskar-Ola benannt, da diese unsere Partnerstadt in der UdSSR war.
Einmal hat man der Schule sogar eine Skulptur der Freundschaft geschickt, was aber später in der Nähe der Musikschule aufgestellt wurde.
Seit 1998 funktioniert das Gebäude als Fachoberschule.
Unter dem Druck der großen russischen Brüderlichkeit spezialisierte sich unsere Klasse in Russisch mit 2 Lerngruppen und mehrere Stunden Sprachunterricht pro Woche.
Deshalb konnte ich später mit Leichtigkeit die russische Sprachprüfung ablegen.
Auf dem Bild zeigen Sie auf die Gesichter dann erscheint der Name der Person.
Wegen meinem Namen war ich fast immer dran wenn ein Lehrer jemanden für eine Abfrage so ausgesucht hat, dass er das Klassenbuch aufgeschlagen hat, da ich genau in der Mitte war...
Ich hatte nie Glück mit Klassenleitern:
mit meiner reinen realen Einstellung hatte ich immer nur humane Klassenleiter.
- 1.-2. Klasse
- Frau Klári János Rába, die Leiterin des Kinderhortes war Frau Éva Dezső Bódis.
Sie haben mich ziemlich gesetzt, so hatte ich damals noch keine Probleme.
- 3.-7. Klasse
- László Devecsery Schriftsteller/Dichter.
Zum Glück am Ende hat er schon meine Leistung und Ergebnisse anerkennen müssen.
- 8. Klasse
- József Balogh Schriftsteller/Dichter.
Aus dem Regen in die Traufe...

Mit solchen Klassenleiter ist es leicht vorstellbar wie ich mich gefühlt habe, da ich in Mathe immer gut war, aber dies war uninteressant.
Dazu kam noch dass der Geschichtenlehrer der Leiter des Kommunistischen Jugendverbandes (KISZ) war, also wurde Geschichte auch sehr favorisiert.
Übrigens unser Jahrgang hatte für das erste Mal die Wahlmöglichkeit ins KISZ einzutreten, so hat es niemand gewollt.

Meine
Noten waren
schon immer gut, manchmal sogar ausgezeichnet, obwohl ich nie gelernt habe.
Ich habe meine Freizeit viel lieber mit sinnvolleren Sachen verbracht:
ich habe viele Fachkreise besucht, und täglich stundenlang Tennis gespielt.
Leider hatte dies später auch unangenehme
Folgen.
- 1. Klasse
- Siehe das Bild rechts!
Auf dem Bild zeigen Sie auf die Gesichter dann erscheint der Name der Person.
- 2. Klasse
- Ich habe am Sportwettbewerb
Mach Mit teilgenommen,
und beim Ballwerfen habe ich fast einen Lautsprecher von der Wand geholt, weil die Sportarena schon zu klein für mich war.
Dafür durfte ich sogar fürs Publikum meinen Namen nennen.
Ich bin dem Briefmarkensammelkreis beigetreten.
Für einen monatlichen Preis habe ich so immer die neuesten Briefmarkenerscheinungen per Post zugeschickt bekommen.
- 3. Klasse
- Ich habe die Silberstufe am
Klavierwettbewerb der
Jungpioniere gewonnen.
Ich bin dem Buchklub in der Schule beigetreten.
Aus allen Neuerscheinungen habe ich immer ein Exemplar kaufen können.
In diesem Jahr war meine Mutter unsere Gesanglehrerin.
- 4. Klasse
- Am
Elek Benedek Märchenerzählwettbewerb habe
ich 6. Platz mit dem Märchen
Die zwei Pfefferochsen
erreicht.
Ich habe die Bronzenstufe am
Klavierwettbewerb der
Jungpioniere gewonnen.
Am wissenschaftlichen-technischen
Verstand-Fertigkeit Wettbewerb habe
ich in der Bezirksrunde den 3. Platz belegt mit meinem Aufsatz über alternativen Energiequellen.
Ich habe an dem
János Bolyai Mathematikwettbewerb teilgenommen.
Vor der Sommerpause wurde ich als Pionier
eingeweiht.
Da habe ich mich meines größten Vergehens schuldig gemacht:
ich habe eine Einweihungsprobe ausgelassen und statt dessen bin ich in die Musikschule auf meine Klavierstunde gegangen, dafür habe ich die einzige Mahnung meines Lebens bekommen.

- 5. Klasse
- Ich habe auf dem nachmittäglichen Mathematikkreis teilgenommen, wo wir schon Taschenrechner programmiert haben.
Ich wurde in den Chor der Schule aufgenommen.
Ich habe mich auch in den Flugzeugsmodellbaukreis im Bezirkskulturhaus eingeschrieben.
Ich bin dem Schachkreis im Pionierhaus auch beigetreten.
So konnte ich im Sommer im Pionierlager leicht den Schachwettbewerb gewinnen, ich habe sogar einen viel älteren Schüler bezwingen.
- 6. Klasse
- Endlich haben meine Eltern eingesehen, dass aus mir doch kein Musiker wird, so musste ich nicht mehr in die Musikschule gehen.
Sie haben mir sogar meinen ersten Computer gekauft!
Ich habe mich in den
Astronomiekreis der
Stadt eingeschrieben.
Zum Glück lag das Jenő Gothard Observatorium am Rande der Stadt, so konnten wir da stundenlange Beobachtungen machen.
Ich bin der Burattínó Kinderbühne unter der Leitung meines Klassenleiters beigetreten.
Einmal habe ich sogar die Hauptrolle in einem Stück gespielt.
Ich bin dem Tennis Studentensportkreis der Schule beigetreten, so konnte ich an den Wochenenden in der Sporthalle der Schule Tennis spielen.
Im Sommer war ich im athletischen Sportlager.
- 7. Klasse
- Am
Mathematikwettbewerb in
der Bezirksrunde habe ich 2.-3. Platz erreicht.
Am
Russischwettbewerb habe
ich die Bezirksrunde erreicht.
Auch am
Technikwettbewerb bin
ich bis in die Bezirksrunde gekommen.
Ich habe im Pionierhaus einen
Computerkurs belegt.
Mit einer Kinderoper in Zusammenarbeit der Kinderbühne und des Schulchors sind wir sogar in Wien aufgetreten.
Im Sommer habe ich im
Tennis Sportlager das
Hausturnier gewonnen.
- 8. Klasse
- Wegen meiner Ergebnisse wurde ich in eine Mathematik Vorbereitungskurs im Gymnasium eingeladen, später wurde aus diesen Leuten eine fortschrittliche Mathematikklasse zusammengestellt.
Ich bin aus dem Chor wegen Stimmbruchs ausgetreten.
Danach hatte ich noch für lange solche Albträume, dass ich beim Auftreten mit dem Chor die Songtexte vergessen habe und nur noch so tun kann als ob ich mitsingen würde.

Im Sommer war ich im Computerlager, da ich aber schon zu viel gewusst habe durfte ich einen anderen Jungen die ganze Zeit die Maschinensprache von C=64 unterrichten.
Die Teilnahme an so vielen Wettbewerben hatte auch den Vorteil, dass ich wegen meiner Ergebnisse ohne Probleme ins
Gymnasium aufgenommen wurde, und für die höheren Runden habe ich den Tag frei bekommen.
Einmal habe ich auch damit Probleme bekommen, da als Entspannung habe ich mit einem Mitstreiter zusammen am Vormittag Papiere von Balkon aus runtergeworfen.
Wir wurden dann leider von unseren Mitschülern aus den Klassenzimmerfenstern gesehen, und als wir an die Straße rausgingen um die Papiere aufzusammeln, war gerade Schulpause und unsere lieben Mitschülern sind schreiend rausgelaufen und uns zugerufen, dass wir sofort in die Schule kommen sollten...
Am nächsten Tag habe ich erfahren, dass meine Mitschüler mich deshalb von meiner Pionierleiterposition abgewählt haben.
